Geschichte von ACA

Geschichte von ACA

ACA wurde 1978 in New York gegründet und begann mit einer Gruppe von Alateens. Alateen ist eine 12-Schritte-Gemeinschaft, die aus Teenagern und Kindern aus alkoholkranken Familien besteht. Die Alateens waren zum größten Teil über 20 Jahre alt und wollten etwas Anderes als das, was sie in einem anderen 12-Schritte-Programm, das sie zunächst besucht hatten, erwarten konnten. Bald darauf nahm Tony A., ein genesender Alkoholiker und New Yorker Börsenmakler, an ihren Treffen teil. Die Alateens und Tony gründeten ein Meeting mit spezieller Zielsetzung, welches sich von Al-Anon loslöste und zur ersten ACA-Gruppe wurde. Diese neue Gruppe, die sich „Generationen“ nannte, konzentrierte sich auf die Genesung von den Auswirkungen des Aufwachsens in einer alkoholkranken oder anderweitig dysfunktionalen Familie und nicht auf den Al-Anon-Fokus, nämlich die Machtlosigkeit gegenüber Alkohol.

Tony A. sollte später zum hauptsächlichen Begründer von ACA werden. Zu dieser Zeit war Tony etwa 50 Jahre alt. Er war in einem von Gewalt geprägten, alkoholkranken Familienumfeld aufgewachsen. Tony hat die Laundry List geschrieben, die erste ACA-Literatur. Die Laundry List ist eine Liste von 14 Charaktereigenschaften oder gemeinsamen Verhaltensweisen, die die Persönlichkeit des erwachsenen Kindes beschreiben. Darüber hinaus hat Tony Die Lösung von ACA entwickelt, bei der es darum geht, Meetings zu besuchen, uns auf uns selbst zu konzentrieren, in den Schritten zu arbeiten und unsere Gefühle zu fühlen. Tony starb im April 2004 im Alter von 77 Jahren.

Jack E. wird die Einführung von ACA in Kalifornien zugeschrieben. Er war es auch, der die Laundry List in erzählerische Form umgewandelt hat. Diesen Text kennen wir als Das Problem, ein Text, der zu Beginn der meisten ACA-Meetings gelesen wird. Die 14 Charakterzüge oder gemeinsamen Verhaltensweisen umfassen: Angst vor Verlassenwerden, Angst vor Autoritätsfiguren, harte Selbstverurteilung, Liebe mit Mitleid verwechseln und zum Alkoholiker werden oder einen heiraten. Die Identifikation mit der Laundry List (Das Problem) ist der Leim, der unsere Gemeinschaft und ihre Mitglieder zusammenhält. Wenn die Laundry List (Das Problem) in einem ACA-Meeting vorgelesen wird, ist die Folge ein sofortiges Gefühl der Neugier, der Identifikation und der Resonanz. Erwachsene Kinder aus suchtkranken Familien oder aus Familien, die zwar dysfunktional waren, wo es aber keine Suchtmittel gab, identifizieren sich mit der Laundry List gleichermaßen. Wir haben denselben Verlust erlitten.

1979 veröffentlichte die Zeitschrift Newsweek einen Artikel von ACA über Dr. Claudia Black1, Dr. Stephanie Brown und Sharon Wegscheider2 (jetzt Wegscheider-Cruse). Der Artikel war die erste landesweite Bekanntmachung in Amerika darüber, dass familiärer Alkoholismus lebenslange Muster von dysfunktionalem Verhalten verursachen konnte und dies auch tat, selbst bei jenen, die keinen Alkohol tranken. Das Konzept der Familienkrankheit von Sucht und familiärer Dysfunktion wurde ebenfalls sichtbarer. Vor dieser Zeit konzentrierten sich die meisten Ansätze in Bezug auf Sucht oder geistige Gesundheitsmodelle auf den jeweils Süchtigen. Black und andere sagten, dass die Krankheit der familiären Dysfunktion Langzeitauswirkungen auf die Kinder hatte, die zu Erwachsenen wurden. Die Kinder wurden durch den Alkoholismus beeinflusst, obwohl sie keinen Alkohol tranken.

Im Laufe der vergangenen 30 Jahre hat sich ACA zu einem anerkannten Programm entwickelt, welches weltweit wirksame Genesungswerkzeuge für Erwachsene Kinder unterschiedlichster Herkunft bereitstellt. ACA ist eine internationale Gemeinschaft mit schätzungsweise 1.000 Meetings in Nordamerika, Europa, Asien und überall auf der Welt. Unsere Gemeinschaft umfasst Mitglieder, bei denen Sucht, Depression, Angst- und Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen und verschiedene dissoziative Zustände diagnostiziert wurden. Erwachsene Kinder identifizieren sich mit Dissoziation, Co-Abhängigkeit, Besessenheit und Zwanghaftigkeit auf eine Art und Weise, wie es nur wenige Andere tun.

„Wie kann eine so verschiedenartige Gruppe von Süchtigen, Co-Abhängigen und Erwachsenen Kindern eine einheitliche Gemeinschaft und Botschaft hervorbringen, welche neue Mitglieder anziehen und selbst bestehen kann, ohne in Hunderte von Einzelteilen zu zerfallen?“ Eine der Antworten liegt in der Identifikation, der „DNA“ aller 12-Schritte-Gruppierungen. Erwachsene Kinder jeder Art identifizieren sich miteinander auf der Ebene von Verlassenheit, Scham und Missbrauch, wie es keine andere Gruppe von Menschen auf der Welt tut. Tagtäglich wird irgendwo auf der Welt die Genesung von den Auswirkungen des Aufwachsens in einer alkoholkranken oder anderweitig dysfunktionalen Familie in Gang gesetzt, und zwar in dem Augenblick, wo ein Erwachsenes Kind einem anderen gegenüber sitzt und Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilt. Wir glauben, dass ein Hilfe suchendes Erwachsenes Kind Co-Abhängigkeit nie mehr auf dieselbe Art und Weise sehen kann wie vorher, sobald es auf ein genesendes Erwachsenes Kind trifft, das seine Geschichte mit ihm teilt.

ACA ähnelt zwar anderen Zwölf-Schritte-Programmen, jedoch unterscheidet es sich von ihnen ausnahmslos dadurch, dass wir die Bedeutung des Familiensystems und des Inneren Kindes oder des Wahren Selbst betonen. Wir konzentrieren uns durch die Zwölf Schritte auf uns selbst, glauben jedoch, dass auch das Familiensystem in den Blick genommen werden sollte. Wir glauben, dass jeder von uns mit einem Wahren Selbst auf die Welt kam, welches durch dysfunktionale Beelterung gezwungen wurde, sich zu verbergen. So entstand ein Falsches Selbst, welches das verborgene Wahre Selbst zwar vor Verletzung schützt, jedoch zu einem hohen Preis. Ohne Hilfe schaffen es die meisten Erwachsenen Kinder nicht, sich von dem zerstörerischen Falschen Selbst zu lösen. Wenn wir es dem Wahren Selbst in der unterstützenden Atmosphäre eines ACA-Meetings erlauben hervorzutreten, so ist dies eine spirituelle Erfahrung, welche jedem Erwachsenen Kind zuteil wird, das sich auf die breite Straße der ACA-Genesung begibt.

ACA bietet Hoffnung und Akzeptanz für die leidenden Erwachsenen Kinder, die einen „Tiefpunkt“ erreichen und um Hilfe bitten. Wenn wir es dem Wahren Selbst in der unterstützenden Atmosphäre eines ACA-Meetings erlauben hervorzutreten, so ist dies eine spirituelle Erfahrung, welche jedem Erwachsenen Kind zuteil wird, das sich auf die breite Straße der ACA-Genesung begibt.

 

1 „Rede nicht, vertraue nicht, fühle nicht“ sind die drei Regeln einer alkoholkranken und dysfunktionalen Familie, aus dem Buch „Das wird mir nicht passieren“ von Dr. Claudia Black, 1981

2 Das Rollenmodell von Kindern aus alkoholkranken und dysfunktionalen Familien nach Sharon Wegscheider, 1988

 

Auszug aus dem Roten Buch, S. xii-xv

 

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